Rekordspieler der Kreisliga

Münsterland Zeitung vom 07.08.2009

Bernd Meyer kann es nicht lassen ...

Gronau-Epe: Wohl jeder kennt den Slogan, der so untrennbar mit dem VW-Käfer verbunden ist: „Er läuft und läuft und läuft . . .“ Umgeschrieben auf den wohl dienstältesten Spieler in den Ahauser Fußball-Kreisligen, den Eperaner Bernd Meyer, würden Werbestrategen sicherlich verkünden: „Er spielt und spielt und spielt . . .“

Wie selbstverständlich läuft der 53-Jährige auch am Wochenende zum Auftakt der Saison 09/10 auf. Nicht in irgendeiner Altliga-Mannschaft, sondern in der B-Liga, wo die jüngsten Gegenspieler mal eben aus der Jugend hochgerückt sind und sich freuen, gerade den Führerschein in der Tasche zu haben. Doch Bernd Meyer denkt überhaupt nicht ans Aufhören – und das in einem Alter, im dem viele Fußballer längst ihre Altherren-Laufbahn für beendet erklärt haben. Seit 1995 schon ist Meyer als Spielertrainer des B-Ligisten SC Ahle tätig, genießt spätestens seit der Vizemeisterschaft 2004 und dem folgenden Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die A-Liga Kultstatus im Heeker Ortsteil. Denn unvergessen ist das Relegationsspiel gegen den Ortsrivalen RW Nienborg, das erst nach einem Elfmeter-Krimi (14:15) verloren wird. Meyer wird danach auf Schultern getragen, als Vizemeister-Trainer gefeiert. In jenen Tagen wird in Ahle auch der „Meyer-Song“ kreiert. Auch, weil der Coach durch ungewöhnliche Wetten, mit denen er seine Mannschaft motiviert, immer wieder für Überraschungen gut ist. So gehören „Wettkönig“ Meyer nicht nur als Trainer, sondern auch als Schuhputzer, Autowäscher, Sängerknabe oder Schützenbruder die Schlagzeilen. Ein Kribbeln in den Waden spürt Meyer übrigens noch heute, wenn er an den 55 km langen Fußmarsch von Ahle zum Dom nach Münster denkt. Nach verlorener Wette zündet er dort 2006 eine Kerze als Dank für den Klassenerhalt an. Die Wette löst er bei Temperaturen von über 30 Grad ein. Gemessen an Einsätzen, dürfte Bernd Meyer schon seit längerer Zeit Rekordspieler der hiesigen Kreisligen sein. Genau weiß das aber niemand. Wer führt schon über so viele Jahre Buch? Auch Meyer selbst weiß es nicht, darum geht es ihm auch nicht: „Ich genieße einfach nur den Spaß am Sport, speziell am Fußball. Das Alter spielt dabei für mich überhaupt keine Rolle. Warum auch, wenn ich doch fit bin und noch mithalten kann.“ So scheut Meyer, ob im Spiel oder Training, auch keinen Vergleich mit den Jüngeren. Konditionell mache ihm keiner was vor, selbst im Sprint bliebe ein Großteil seiner Mannschaft hinter ihm, versichert der Linksfuß mit Überzeugung. Von der fußballerischen Erfahrung mal ganz zu schweigen: Schließlich hat der Fußball­-Veteran schon in der Hoofdklasse bei den Enschedese Boys gespielt (1974 - 78), als die meisten seiner Mit- und Gegenspieler noch nicht einmal geboren waren. „Heute trete ich gegen die Söhne meiner Mannschaftskameraden von damals an“, erklärt Meyer schmunzelnd. Zuletzt am Dienstag im Testspiel gegen Arminia Gronaus Steven Wobbe. Als „biologisches Wunder“ sieht sich Meyer (Kampfgewicht 72 kg) aber nicht: „Ich spiele fünf- bis sechs Mal in der Woche Fußball, beim SCA und in Hobbytruppen, treibe auch sonst viel Sport und genieße die Sauna“, verrät der Bankkaufmann, der Alkohol und das Rauchen ablehnt, bei Schokolade aber schon schwach wird. Auch vor der nun beginnenden 15. Punkterunde mit dem SC Ahle fiebert der 53-jährige Libero („Über mein Alter denke ich selbst gar nicht nach, das machen nur andere.“) dem Auftaktspiel gegen Vorwärts Epe 2 entgegen. Nach Platz drei in der Vorsaison, für den SCA das zweitbeste Ergebnis in der Vereinsgeschichte, peilt Meyer nun erneut einen Top-5-Platz an. Dazu will er selbst als Spieler beitragen (Meyer: „In der letzten Saison habe ich bestimmt 28 von 30 Spielen mitgemacht.“) und mit seinen nach wie vor gefürchteten langen Bällen seine Mitspieler in Szene setzen. Läuft es rund, kann sich der Eperaner auch eine erneute Vertragsverlängerung gut vorstellen. Was in Ahle ganz normal ist: Dort haben Spieler in ihrer ganzen Senioren-Laufbahn nur einen Trainer kennen gelernt: Bernd Meyer. Er spielt und spielt und spielt!

Zur Person:

Fußball spielt Bernd Meyer seit 1962. „Das erste Mal im Verein gespielt habe ich beim FC Epe – in den 3. Knaben, wie das damals hieß“, erinnert sich der heute 53-Jährige. 1974 wechselte er für vier Jahre zu den Enschedese Boys (Hoofdklasse), ehe es ihn 1978 zurück in die Bülten zog. Dort war Meyer unter Regie des legendären Trainers Manfred Friedrich Spieler der Landesliga-Mannschaft, die in der 1. DFB-Pokalhauptrunde in Göttingen zum Einsatz kam.Erstmals als Spielertrainer war der Mittelfeldspieler ab 1982 beim damaligen A-Ligisten SpVgg Vreden tätig, ehe er 1984/85 wiederum für den FC Epe seine Schuhe schnürte und zudem dort eine Jugendmannschaft coachte. Als Spielertrainer von Union Wessum (1985 - 1988) feierte der Eperaner seinen größten Erfolg, als er das Team in die Bezirksliga führte. Von 1988 - 1990 war Meyer ein weiteres Mal für den FC Epe am Ball – als Nachfolger von Holger Zippel in der Bezirksliga. Es folgten für den technisch versierten Spieler fünf Jahre als Spielertrainer von Arminia Gronau, als die Gelb-Schwarzen in der A-Liga ein Abo auf die Vizemeisterschaft hatten.

Als 39-Jähriger übernahm Bernd Meyer im Jahr 1995 den B-Ligisten SC Ahle und kündigte an, „noch ein wenig selbst spielen zu wollen“. Vor fünf Jahren führte der SCA-Coach, beruflich als Vertriebstrainer bei der Volksbank Gronau-Ahaus beschäftigt, den SC Ahle zur Vizemeisterschaft. Der Aufstieg in die A-Liga wurde danach nach einem Elfmeter-Krimi (14:15) gegen RW Nienborg verpasst.

Dinkelcup 2017

Kreisliga B, Saison 17/18

Kreisliga B 2017/2018

Sparkassen Fußballcamp

Unsere Sponsoren